Mütterpflegerin Petra...

May 8, 2018

...so hieß damals mein Blog, als ich in Berlin als Mütterpflegerin unterwegs war. Diesen Blog gibt es sogar noch - schau mal hier.

Die liebe Ulrike, die ich im Wochenbett begleiten durfte, hat mir zum Abschied diesen tollen Entwurf geschenkt, den ich als Postkarte drucken ließ und als Werbung verteilte. Ich liebe dieses Bild, denn es spiegelt wunderbar, wie mein Arbeitsalltag in Berlin aussah: vor allem sehr bewegt ;-)

 

 

 

Unter "über mich" habe ich ja bereits ein bisschen was über meinen beruflichen Weg geschrieben und möchte hier noch mehr speziell über meinen Mütterpflegerinnen-Weg erzählen:

 

Die Ausbildung in Gießen habe ich während meines Studiums, 2004 absolviert. Sowohl persönlich als auch für meine berufliche Zukunft war diese Ausbildung eine riesengroße Bereicherung. Ich hatte die Chance, zu wachsen, und in eine Richtung zu gehen, die mir das Gefühl gab, einen wichtigen Beitrag zu leisten.

Trotzdem hatte ich bevor ich nach Berlin kam, einen Ausflug in die Welt der Vollzeit-Sozialarbeiterin bei der Jugendberufshilfe gewagt. In dieser Zeit habe ich meine Grenzen kennengelernt, vor allem in Bezug auf die Art und Weise, wie ich arbeiten möchte. Mir wurde klar, dass ich in einer Festanstellung, die mir zwar ein sicheres Gehalt bietet, aber mir abverlangt, dass ich mich verbiege und gegen meine Überzeugungen handle, über kurz oder lang sehr traurig werden würde...

Wie ein Wink des Himmels (nein, ich übertreibe nicht :-) ) erschien es mir also, dass meine beiden
Berliner Kolleginnen , die bereits während unserer Mütterpflege-Ausbildung den Sprung ins kalte Wasser gewagt hatten so gute Arbeit geleistet hatten, dass sie bereits Aufträge absagen mussten und somit Verstärkung brauchen konnten.

Also bin ich aus dem Odenwald in die Großstadt gezogen, und habe 2006 mein kleines Unternehmen gegründet.

 

Bis 2012 habe ich ca. 60 junge Familien bei ihrem Start in das Abenteuer Familie begleiten dürfen. Ich war manchmal schon vor der Geburt und oft auch länger nach der Geburt bei den Familien, aber eigentlich gehöre ich als Mütterpflegerin hauptsächlich direkt in die Wochenbettzeit...

 

  • wenn es darum geht, dass eine Geburt verarbeitet werden will, sowohl körperlich als auch seelisch

  • wenn ein neuer Mensch willkommen geheissen werden möchtewenn eine Mutter sich ganz neu in ihrer Rolle zurechtfinden muss und die Familie sich neu sortiert

  • wenn eine Frau viel Kraft braucht und sich mal ausheulen muss, wenn die Hormone verrückt spielen oder die Erschöpfung einfach zu groß ist...

  • wenn eine Mutter bestärkt in ihrem Tun und Denken werden möchte und manchmal einfach jemanden braucht, der nicht in enger Beziehung zur Familie steht, sondern von "außen" kommt, und einen anderen Blick auf die Dinge haben kannwenn die alltäglichen Dinge noch zuviel Kraft kosten und der Fokus ganz auf die neue Situation gerichtet werden sollte

 

Dadurch, dass ich damals Alleinerziehend war, musste ich leider schweren Herzens meine Zelte in Berlin abbrechen und bin zurück ins soziale Netz in meinem Heimatort und habe erstmal wieder eine Festanstellung angenommen.

Das war zwar erstmal okay, aber langfristig war mir seit Berlin klar, dass ich im Freiberuf zuhause bin... das Dasein als Angestellte hat mich nie richtig glücklich und zufrieden gemacht und letztendlich leider auch krank.

Umso toller ist es für mich, dass ich seit 2018 wieder als Freiberuflerin arbeiten darf - die Umstände sind einfach inzwischen anders und ich bin glücklich, endlich wieder mein eigener Chef zu sein und das zu tun, was mir am meisten Freude bereitet und was ich wirklich gut kann - inzwischen mit etwas anderem Schwerpunkt, aber im Kern geht es mir immer darum, Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu unterstützen und mit Hilfe von kleinen Impulsen wesentlich dazu beizutragen, dass es leichter wird.

 

 


 

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